Politisches Pressegespräch auf dem Lammertzhof (Kaarst)

Zum Klimaschutz fordern Bauern 50 Tage vor der Wahl:

ALLE müssen Handeln – jetzt!

Ein bäuerliches Klimanetzwerk NRW hatte am 08.08.2021 zum Pressegespräch geladen – und neben Umweltministerin Ursula Heinen-Esser waren Andre Stinka (stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion), Mona Neubaur (Landesvorsitzende B90/Die Grünen) und Stephan Haupt (FDP, Sprecher Verbraucherschutz) erschienen, um den Landwirten Rede und Antwort zu stehen.

Eingeladen hatten die NRW-Verbände von AbL, Bioland, Naturland, Biokreis, Demeter & BDM, dem Ökoausschuss des WLV, dem Netzwerk Solidarische Landwirtschaft und der Regionalwert AG Rheinland: 50 Tage vor der Bundestagswahl und einen Tag vor der Veröffentlichung des IPCC Berichts machten sie ihrem Unmut über die unzureichende Klimaschutzpolitik Luft und fordern von den Politiker*innen, nicht nur vom „wollen“ zu reden, sondern ins Handeln zu kommen.

So machten dann auch zu Beginn der Veranstaltung die teilnehmenden Praktiker und Verbandsvertreter den Ernst ihrer Lage deutlich und richteten klare Forderungen an die Politik:

Vor 25 Jahren gab es die ersten deutlichen Hinweise an die damalige Bundesumweltministerin Angela Merkel, dass der Klimawandel kommt. Diese mahnte Handeln an, doch nichts geschah! Aufgrund der Wetterextreme – Trockenheit 2018-2020, extreme Niederschlagsereignisse mit Hochwasser in 2021 – ist langfristig die Lebensmittelproduktion in Deutschland sehr stark gefährdet.

Dieses liegt auch daran, dass der Erhalt von Boden durch Versiegelung, durch Verlust der Fruchtbarkeit nicht gegeben ist. Dazu kommen die immensen Schäden in den Wäldern NRWs. Die Lebensgrundlagen von Land- und Forstwirten werden durch die Klimakrise zerstört. Auch hier hat die Politik versagt und schützt die Treiber des Klimawandels.

Die 30 Milliarden € Schaden bei der regionalen Flutkatastrophe hätten längst in Klimaschutz investiert sein können. Auch hat während Corona der Lebensmitteleinzelhandel gute Gewinnzuwächse erzielt, hiervon kommt bei den Bauern allerdings nichts an.

Für die Landwirt*innen ist wichtig:

  • die bäuerlichen Betriebe in der Fläche und mit fruchtbaren Böden zu erhalten. Denn hier wachsen Nahrungsmittel, die Erträge aber sinken in Klimawandelzeiten. Doch der Boden wird weiter versiegelt, die Politik schenkt ihm keine Beachtung – „und damit geht immer ein Stück Lebensgrundlage verloren, wir verlieren beste Böden und riskieren die Nahrungsmittelversorgung unserer Bevölkerung.“
  • über einen CO2-Fussabdruck, inkl. der Importbelastung von Lebensmitteln, die Transparenz beim Verbraucher zu erhöhen und darüber ungleiche Produktionsbedingungen aufzuzeigen.
  • „Der Markt richtet es nicht von allein, er braucht Regeln“ und die Erzeugungskosten der Landwirte müssen gedeckt werden, um dann auch im Bereich Klimaschutz aktiv werden zu können.
  • die Betriebe müssen Perspektiven und Lösungsansätze bekommen, die regionalen Ansätzen von Praxis und Wissenschaft gerecht wird. Es geht nicht die unterschiedlichen Standorte über einen Kamm zu scheren. So kann z.B. die Umwandlung von abgestorbenen Wald, in einzelnen Regionen und in begrenzten Umfang, in extensives Grünland sinnvoll sein.
  • Basisinitiativen vor Ort von Landwirtschaft und Bevölkerung müssen stärker berücksichtigt und unterstütz werden. Denn die Veränderungen gibt es von „unten“ und wir müssen alle anfangen.
  • das 1,5 Grad Ziel muss gehalten werden, die bisherigen Gesetze zu Klimaschutz und Klimaanpassung greifen zu kurz, wir brauchen konsequentes, mutiges Handeln, um den Betrieben Existenz- und Planungssicherheit zu geben. Nur so können sie Nahrungsmittel für die Menschen produzieren.

Nun hatten die Politikerinnen und Politiker das Wort: Einig waren sich alle, dass in den kommenden Jahren konsequenter gehandelt und entschieden werden muss, dass Lebensmittel mehr wertgeschätzt werden und einen fairen Preis haben müssen, und dass von dem Geld mehr bei den Landwirt*innen ankommen muss. Umweltministerin Heinen-Esser machte deutlich, dass der Braunkohleausstieg durchaus forciert werden könne, dass der Umbau zu den Erneuerbaren Energien intensiviert werden muss, dass sie aber gegenüber Freiflächen-PV-Anlagen skeptisch sei und dass es natürlich immer eine schwierige Aushandlung der Maßnahmen zwischen den unterschiedlichen Interessen der Ministerien ist. Aber auch der Hochwasserschutz an den kleinen Flüssen und Bächen müsse nun verbessert werden – und dies werde sicherlich auch zu Konflikten mit Anwohnern oder auch Landwirten führen.

Stephan Haupt betonte die technischen Möglichkeiten und Notwendigkeiten, Klimaschutz umzusetzen. Er positionierte sich auf Nachfrage deutlich positiv zu CRISPR/CAS, einer gentechnischen Züchtungsmethode. Er machte deutlich, dass alle Sparten der Landwirtschaft vom Klimawandel betroffen sind, aber überall andere Lösung gebraucht werden. Verbraucherbildung ist für ihn, ebenso wie für Andre Stinka, ein entscheidender Schlüssel, um die Wertschöpfung auf den Höfen zu erhöhen und Klimaschutz zu erreichen. Darüber hinaus betonte Stinka insbesondere die sozialen Aspekte des Klimawandels und stellte klar, dass aus Sicht der SPD klare Regeln zu Steuerung der landwirtschaftlichen Märkte notwendig sind, und Freiwilligkeit allein nicht ausreichend sei.

Mona Neubaur von den Grünen dankte zunächst den Landwirten für ihre Arbeit und für deren unermüdliches Engagement für den Erhalt ihrer Höfe. Sie forderte einen schnelleren Kohleausstieg, mehr Transparenz in der Politik und kritisierte die aktuelle Landesregierung für ihre bremsende Klimaschutzpolitik. Politik müsse für das Gemeinwohl handeln, dazu fühlen sich die Grünen verpflichtet und sie wollen den Klimaschutz mit allen umsetzen, denn allein werden sie es nicht schaffen, so Neubaur.

Heiner Hannen, Gastgeber, Bio-Bauer und AbL-Mitglied resümierte: „Eine gelungene Auftaktveranstaltung für dieses bäuerliche Klimanetzwerk. Bisher kann man aufgrund der Untätigkeit und Inkonsequenz der Politik ja nur gefrustet sein, aber den heutigen Worten müssen nun Taten folgen. Wir als Betrieb wollen und sind Vorbild für ökologisches, nachhaltiges Handeln – nun muss auch die Politik in NRW Vorbild für Klimaschutz werden und beginnen zu Handeln!“

Für Rückfragen:

Jan Leifert, LVÖ: 0170-3414506

Bernd Schmitz, AbL: 0177-3565559

Pressegespräch mit  Landespolitikerinnen und -politikern und Landwirtschaftsverbänden aus NRW

Auftaktveranstaltung am 8. August 2021 auf dem Lammertzhof der Familie Hannen in Kaarst.

 Presseeinladung
50 Tage vor der Wahl – Perspektiven für Land- und Forstwirtschaft im Klimawandel   

Pressegespräch mit Landespolitikerinnen und -politikern und Landwirtschaftsverbänden aus NRW

Land- und forstwirtschaftliche Betriebe sind durch den Klimawandel in ihrer Existenz gefährdet. Die extreme Trockenheit der vergangenen drei Jahre und die verheerenden Starkregenereignisse in diesem Jahr machen deutlich, wie negativ sich der Klimawandel auf die Menschheit auswirkt. Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet der Klimawandel neben direkter Ertragsminimierung auch Zukunftsangst. Um auf die dramatische Lage aufmerksam zu machen und gemeinsam politisches Handeln einzufordern, haben sich bäuerliche Verbände aus Nordrhein-Westfalen in einem losen Netzwerk zusammengeschlossen. Neben Politikerinnen und Politikern aus der NRW Landespolitik bewerten Vertreterinnen und Vertreter der Verbände sowie Praktiker in der Land- und Forstwirtschaft die derzeitige Lage und die Zukunftsperspektiven der Landbewirtschaftung in Zeiten des Klimawandels. Im Anschluss beantworten die Teilnehmenden Ihre Fragen.

Es nehmen teil:

Ursula Heinen-Esser
(CDU), NRW Umwelt- und Landwirtschaftsministerin
Stephan Haupt
, Sprecher für Verbraucherschutz sowie der Enquête-Kommission “Gesundes Essen. Gesunde Umwelt. Gesunde Betriebe.” der Fraktion der Freien Demokraten im NRW Landtag
André Stinka
, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Landtag NRW
Mona Neubaur,
Landesvorsitzende von Bündnis 90 / Die Grünen NRW
Bernd Schmitz
, Vorsitz Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft Landesverband NRW
Jan Leifert,
Vorsitzender der Landesvereinigung Ökologischer Landbau NRW e.V. und Geschäftsführer des Bioland Landesverbandes NRW
Bernd Eichert
, Ökoausschuss des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes
Elmar Hannen
, Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.V.
Ulf Allhoff-Cramer,
Bioland-Bergwiesenhof, Waldbauer

Termin: Sonntag, 8. August 2021, von 11:0 bis 12:30 Uhr

Ort: Bioland Lammertzhof, Familie Hannen, Lammertzhof , 41564 Kaarst, Tel.: 02131-757470, E-Mail: info@lammertzhof.de

Ablauf
11:00 – 11:10 Uhr Begrüßung der Teilnehmenden und der Presse durch Gastgeber Heinrich Hannen und Moderator Stefan Gothe
11:10 – 11:30 Uhr Einführung: Situation der Land- und Forstwirtschaft im Klimawandel aus Sicht der Verbände und Praktiker
11:30 – 12:00 Uhr Einlassungen der Politikerinnen und Politiker
12:00 – 12:30 Uhr Fragen der Presse
12:30 Uhr Ende der Veranstaltung  

Anmeldung:
Bitte melden Sie Ihre Teilnahme beim Bioland Lammertzhof, Tel.: 02131-757470 oder per E-Mail an info@lammertzhof.de an. Bitte beachten Sie die jeweils gültigen Regelungen der Corona Schutzverordnung.

Teilnehmende Verbände und Organisationen:

Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft NRW,
Biokreis Erzeugerring NRW e.V.
Bioland Landesverband NRW e.V.
Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.V. Landesteam NRW
Demeter NRW
Landesvereinigung Ökologischer Landbau NRW e.V.
Naturland Nordrhein-Westfalen e.V.
Netzwerk Solidarische Landwirtschaft e.V.
Öko-Ausschuss des  Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes

Bäuerliches Klimanetzwerk NRW gegründet

Seit Juli 2021 gibt es ein Bäuerliches Klimabündis NRW, ein lockerer Zusammenschluss der unten genannten Verbände.

Das Netzwerk will die schon jetzt dramatische Betroffenheit der Land und Forstwirtschaft durch die schnelle Erderwärmung sichtbar machen und wirksame Klimaschutzmaßnahmen durch die Politik einfordern.

Die Klimakrise bedroht die Existenz unserer Familienbetriebe durch den Verlust der Wälder und immer grössere Risiken bei den Erträgen im Grünland und Ackerland.

Die Kosten die bereits jetzt durch die Wetterextreme entstehen sind bedrückend hoch und werden weiter stark ansteigen wenn es nicht gelingt die Erwärmung bei max. + 1.5 Grad zu stoppen.

Die aktuellen Zusagen der Länder laufen auf eine verheerende noch zerstörerische Erhitzung von deutlich über 2 Grad hinaus,  kein Land der Welt handelt derzeit entsprechend den Empfehlungen der Wissenschaft. 

Beteiligt sind bisher:

Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft NRW,

Biokreis Erzeugerring NRW e.V.

Bioland Landesverband NRW e.V.

Bundesverband Deutscher Milchviehhalter e.V. Landesteam NRW

Demeter NRW

Landesvereinigung Ökologischer Landbau NRW e.V.

Naturland Nordrhein-Westfalen e.V.

Netzwerk Solidarische Landwirtschaft e.V.

Öko-Ausschuss des  Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes



Plakataktion zu Klimakrise

In Kürze wird es eine Plakataktion zur Klimakrise geben.  Die Plakate sollen in Hofläden, Bioläden, in den Fußgängerzonen und an Feldrändern zu sehen sein.
Die Verteilung wird u.a. über die Naturkostgroßhändler organisiert. Ebenfalls ist es möglich die Plakate und Flyer auch selber auszudrucken oder diese per Post gegen Kostenerstattung bestellen.




Hier einige Statements zur Betroffenheit der Menschen in der Land und Forstwirtschaft:

Peter Schmidt, Vorstandsmitglied des Biokreis Erzeugerring NRW e.V. und „Klosterbauer“ in Gummersbach-Bünghausen

„Wir bauern (er)leben den Klimawandel, drei Jahre Trockenheit, jetzt Starkregen und Überflutungen. Wetterextreme sind unser Alltag geworden. Dies sind nicht nur existenzielle Bedrohungen für die Betriebe – es wird noch weitere Veränderungen bringen: Klimawandel beeinflusst unsere Lebensgrundlage. Schlechte Ernten – das bedeutet eben auch eine knappe Nahrungsgrundlage. Wir Landwirte sind nah dran am Thema. Und wir wissen: Bremsen wir den Klimawandel nicht, dann sterben Höfe, dann sterben Tier- und Pflanzenarten aus, dann verändert sich unsere gesamte Landschaft. Und das ist dann existenziell für jeden. Verdorrtes oder auch überschwemmtes Land macht nicht satt. Klimawandel bremsen, jeden Quadratmeter Land für die Nahrungsmittel erhalten und nicht bebauen – das braucht es. Jetzt und heute – nicht erst morgen.“

Jan Leifert, Vorsitzender der Landesvereinigung Ökologischer Landbau NRW e.V.

„Die Auswirkungen des Klimawandels haben mit den historisch trockenen Sommern der letzten Jahre bereits zu Ernteeinbußen, Futtermittelknappheit und massiver Zerstörung der Wälder geführt. Die Entwicklung steht erst am Anfang. Entschiedene Handlungen sind notwendig – da sind sich führende Wissenschaftler einig. Deshalb mahnt und warnt die LVÖ als Verband biologisch wirtschaftender Betriebe in NRW eindringlich, den Klimaschutz nicht einfach nur als ein Thema der politischen Agenda, sondern als das eine wichtigste Anliegen für die Zukunft der Menschheit zu begreifen. Politischen Versprechen muss konsequentes Handeln folgen. Der Klimawandel bedroht die Existenz von Bäuerinnen und Bauern und damit die gesamte Lebensmittelproduktion. Es macht es uns fassungslos, wie ruhig wir als Menschheit vor der nahenden Katastrophe zu stehen scheinen. Vielleicht ist die Dimension zu gewaltig, um als einzelner die Auseinandersetzung zu wagen. Aber als Gesamtgesellschaft und die Politik als ihre Vertretung darf nicht mit zaghaften Schritten verzögern und verhindern, was vielleicht noch möglich ist: Ein Leben der Menschheit mit dem Klimawandel. Das geht aber nur, wenn der Wandel begrenzt wird.  Bei 1,5 Grad Erderwärmung muss Schluss sein.“

Dorle Gothe, Vorstand der Regionalwert AG Rheinland

„Hochwasser und Hitzeperioden in bisher unbekanntem Ausmaß lassen uns erkennen wie sich 1,2 Grad Erwärmung anfühlen. Jedes Zehntel Grad mehr wird uns härter treffen.Regional erzeugte, möglichst unverpackte Bio-Lebensmittel leisten zur Vermeidung von CO2 Ausstoß und zur Ernährungssicherung einen großen Beitrag. Zeit konsequent und wertschätzend Leistungen der Landwirtschaft für den Klimaschutz anzuerkennen und zu fördern!“



Waldbauer Ulf Allhoff-Cramer, Detmold

Wie fast alle Waldbesitzer in den Mittelgebirgen habe auch ich meinen elterlichen Wald im Sauerland verloren,  der Ertrag von 70 Jahren Arbeit und Wachstum zerstört,  die Perspektiven völlig ungewiss.

Die Fichten sind abgestorben und Buchen und Eichen schwer geschädigt und keine sicheren Baumarten mehr.  Niemand weiß welche Baumarten noch sicher sind.

Die Klimakrise ist viel schneller und heftiger als erwartet in Deutschland angekommen und zerstört Wälder,  Ernten und die Zukunft unserer Höfe.

Deutschland hatte ein recht ausgeglichenes fruchtbares Klima,  nun ist Mitteleuropa ein Hotspot der Erderhitzung und ihrer dramatischen Folgen.

Nach 3 Jahren Dürre und Rekordhitze,  Missernten, vertrockneten Landstrichen und abgestorbenen bzw. kranken Waldökosystemen nun zerstörerische Sturzfluten mit nie dagewesenen Regenmengen.

Wie seit Jahrzehnten mit zunehmender Dringlichkeit vorhergesagt, nehmen die Wetterextreme immer mehr zu und zerstören schon jetzt viele Höfe und deren Perspektiven.

Der Verlust der „Sparkasse Wald“ und die  Missernten im Grünland verursachen enorme wirtschaftliche Schäden für tausende Höfe und beschleunigen das Höfesterben.

All das was wir in diesen Jahren erleben findet bei etwa 1.1 Grad Erwärmung statt,  die unzureichenden Gegenmaßnahmen der Politik laufen auf eine veheerende Erhitzung von 2 bis 3 Grad hinaus.

„Die Kosten des Nichthandelns werden entsetzlich viel höher sein als die Kosten des Handelns“  sagte der Chef des Weltklimarates 2014. 

Die Schäden in den Wäldern belaufen sich schon um die 20 Milliarden,  für Jahrzehnte können keine Einnahmen mehr erwartet werden, die Kosten der  Hochwasserkatastrophe 2021 werden exorbitant hoch sein.

EU Klimakommissar Timmermans:  „Unsere Enkel werden Kriege um Wasser und Nahrung führen,  wenn wir nicht endlich handeln.“

Doch die Politik schützt  nicht die Zukunft der Land und Waldwirtschaft und nicht die Lebensgrundlagen der Menschheit  vor der Klimakrise, sondern die Geschäftsmodelle der klimazerstörenden Industrien vor Klimaauflagen.

Ich bewirtschafte einen Gemischtbetrieb mit Mutterkuhhaltung und Brotgetreideanbau im Lipperland und hatte Wald in meiner alten Heimat in Balve im Sauerland



Klima-Notruf anlässlich der Agrarministerkonferenz: Bäuerinnen und Bauern fordern die Klimawende

Die Agrarminister*innen und Amtschefs der Landwirtschaftsministerien der Länder werden am 10. bis 12. April 2019 in Landau in der Pfalz über die Zukunft der Agrarpolitik diskutieren. Zu diesem Anlass erneuern Bäuerinnen und Bauern ihren Appell für eine sofortige Klimawende, um auch in Zukunft für die Ernährung der Menschen sorgen zu können.

Seit dem ersten bäuerlichen Klimaappell vor der Weltklimakonferenz von Paris 2015 hat sich die Klimakrise massiv verschärft. Der Dürresommer 2018 hat der europäischen Landwirtschaft immense Verluste beschert und die bedrückende Realität des Klimawandels gezeigt. Der Klimawandel zerstört auch unsere Wälder. Für viele Waldbauern sind die Folgen der Dürre 2018 eine Katastrophe, es geht eine ganze Generation Nadelbäume verloren.
Der Weltklimarat kommt in seinem Sonderbericht vom Oktober 2018 zu dem Ergebnis, dass nur noch sehr wenige Jahre bleiben, um den Klimawandel bei 1,5 Grad zu stoppen. Die Notwendigkeit für schnelle und weitreichende Änderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen haben die Wissenschaftler*innen sehr fundiert dargestellt.
Deshalb unterstützen zahlreiche Bäuerinnen und Bauern, Waldbäuer*innen, Imker, Gärtnerinnen und Schäfer so wie auch über 23.000 Wissenschaftler*innen die Forderungen der #FridaysForFuture Bewegung der Jugendlichen für den Erhalt unserer und vor allem ihrer zukünftigen Lebensgrundlagen:
• Verabschiedung eines zukunftsgerichteten Klimagesetzes in 2019, dass die deutschen Klimaziele zur Begrenzung der Erderwärmung auf maximal 1.5 Grad festschreibt.
• Einhaltung des Klimazieles 2020 und der weiteren Klimaziele 2030 und 2050 und notwendige Nachschärfung dieser Ziele.
• Einführung einer wirksamen CO2 Steuer um die Ziele zu erreichen.
Da auch die Landwirtschaft ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten muss, fordern wir die Landwirtschaftsministerinnen und -minister auf, in ihrer Diskussion zur Weiterentwicklung und Umsetzung der EU-Agrarpolitik Meilensteine zu setzen, um Bäuerinnen und Bauern durch besondere Finanzierungsinstrumente beim Umbau hin zu klimaschonendem Ackerbau und artgerechter Tierhaltung zu unterstützen.
• Ausrichtung der gesamten EU-Agrarzahlungen (GAP) auf eine klimaschonende, umweltschonende und tiergerechte Landwirtschaft
• Verminderung der Emissionen aus der Tierhaltung durch Reduktion der Tierbestände und eine durchgängig flächengebundene Tierhaltung
• Maßnahmenpaket zur Beschleunigung des Erreichens des 20 % Ökolandbau-Ziels der Bundesregierung, welches u.a. eine forcierte Umsetzung der Zukunftsstrategie Ökolandbau beinhaltet
Der Klimawandel zerstört die Zukunft unserer Höfe und nimmt Bäuerinnen und Bauern weltweit die Existenz. Es geht um die Verhinderung eines sich selbst verstärkenden Klimawandels als Grundlage für den Erhalt der Lebensgrundlagen. Der Dürresommer 2018 muss jetzt die Zeitenwende in der Klimafrage einläuten.

Für Klimagerechtigkeit und Generationengerechtigkeit!

Aktualisierter Klimaappell veröffentlicht

Gemeinsame PRESSEMELDUNG Berlin, 26. November 2018

Vor der bevorstehenden UN-Klimakonferenz in Katowice rufen die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft, Bioland, Demeter, Naturland und Ökokreis mit dem „Bäuerlichen Klimaappell“ die Bundesregierung zur Einhaltung ihrer Klimaziele auf. Sie erklären: „Der Klimawandel gefährdet zunehmend die Existenz landwirtschaftlicher Betriebe hier bei uns und weltweit. Der verheerende Dürresommer 2018 muss eine Zeitenwende in der Klimafrage einläuten. Die Bundesregierung muss ihre eigenen Klimaziele zu 100% einhalten und eine CO2 Steuer einführen. Bäuerinnen und Bauern brauchen Klimaschutz.

Durch umweltschonenden Ackerbau und artgerechte Tierhaltung nehmen wir unsere
Verantwortung auf den Höfen für eine enkeltaugliche Zukunft wahr. Wir fordern die Bundesregierung auf, entschlossen das 1,5-Grad-Ziel anzupacken – alles andere ist unverantwortlich.“ Alle Verbände rufen dazu auf, am 1. Dezember auf den Demonstrationen „Tempo machen beim Kohleausstieg“ in Köln und Berlin sowie auf der „Wir haben es satt“-Agrar-Demonstration am 19. Januar 2019 in Berlin auch für eine klimaschonende Landwirtschaft auf die Straße zu gehen und die Bundesregierung an das 1,5-Grad Ziel zu erinnern.

2. Bäuerlicher Klimaappell:

Bauernverbände fordern Klimaschutz und Kohleausstieg – jetzt!
Im verheerenden Dürresommer 2018 erleben wir erneut die zerstörerischen Folgen des Klimawandels. Tausende Höfe in Europa und Deutschland – und viele Millionen weltweit – sind davon betroffen. Die Fruchtbarkeit unserer Böden, die Existenz unserer Betriebe und unsere Wälder sind massiv durch die Klimakrise bedroht. Seit langem warnen Klimaforscher, doch die Politik handelt nicht. Die Auswirkungen des Klimawandels sind ökologisch, sozial und ökonomisch unverantwortbar. Es ist Zeit, eine Wende in der Klimapolitik einzuläuten. Zeit zu handeln!

Wir fordern von der Politik: Die zugesagten deutschen Klimaziele müssen zu 100% umgesetzt und notfalls nachgeschärft werden, um das Klimaabkommen von Paris einzuhalten. Das heißt: Reduzieren der CO2-Emissionen mindestens um 40% bis 2020 und um 55% bis 2030. Ein weiteres Aufschieben verschärft die Auswirkungen der Klimakrise und verteuert mögliche Gegenmaßnahmen extrem.

Daher fordern wir die Bundesregierung auf eine CO2-Besteuerung als wirksamstes Mittel für den Klimaschutz kurzfristig auf den Weg zu bringen.

Die Politik darf vor den Profitinteressen von klimazerstörenden Konzernen (Kohle, Flugverkehr, Autoindustrie, Agrarindustrie etc.) nicht einknicken. Politik hat die Aufgabe, die Wirtschaft so zu regulieren, dass sie nicht zulasten des Klimas geht.

Auch die Land- und Lebensmittelwirtschaft muss klimaschonende Wege weiter beschreiten und ausbauen – im Ackerbau und in der Tierhaltung.

Wir fordern von Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner, auch hier deutliche Schritte einzuleiten:
• Emissionen aus der Tierhaltung zu reduzieren durch die Rückbesinnung auf eine
flächengebundene Tierhaltung
• Förderung eines nachhaltigen Konsums und Stoppen der
Lebensmittelverschwendung
• Etablieren einer Stickstoffstrategie zur Reduzierung der Lachgasemissionen,
• Förderung der CO2-Bindung durch Humusaufbau in den landwirtschaftlichen Böden,
• Schutz, beziehungsweise nachhaltige wirtschaftliche Nutzung von Mooren,
Grünland und Wald sicher stellen
• Ausrichten der gesamten EU-Agrarzahlungen auf eine klimaschonende,
umweltschonende und tiergerechte Landwirtschaft
• Ausweitung des Ökolandbaus als bewährtes und zertifiziertes Verfahren für eine umweltfreundliche Landwirtschaft
• Weitere Erforschung sowie Etablieren in der Praxis von besonders klimafreundlichen
Verfahren wie Agroforstwirtschaft, reduzierte Bodenbearbeitung ohne Einsatz von
Totalherbiziden, optimierte Fruchtfolgen und Nährstoffrecycling.

Wir Bäuerinnen und Bauern erklären uns solidarisch mit dem peruanischen Kleinbauern Saúl Luciano Lliuya, denn sein Fall ist ein warnendes Beispiel für die globale Gefährdung unserer Lebensgrundlagen. Wir erklären uns auch solidarisch mit der Europäischen Klimaklage, bei der Bäuerinnen und Bauern aus europäischen und afrikanischen Ländern beim Europäischen Gerichtshof vom Rat der EU-Regierungen und vom Europäischen Parlament eine konsequente Klimapolitik einfordern.

Wir sind solidarisch mit den Familien Backsen, Bohm und Lütke-Schwienhorst, die die Existenz ihrer Höfe durch den Klimawandel bedroht sehen und deshalb die Bundesregierung auf Einhaltung der Klimaziele verklagen. Zusammen mit der Zivilgesellschaft werden wir der Klimazerstörung und der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen aktiv entgegentreten.

Unterzeichnende Verbände:

Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Georg Janßen, Bahnhofstrasse 31,
59065 Hamm/Westf., mobil: 0170 / 4964684.

Bioland e.V., Gerald Wehde, Kaiserstraße 18, 55116 Mainz, mobil: 0176 / 60030011.

Demeter e.V., Antje Kölling, Brandschneise 1, 64295 Darmstadt, mobil: 0157 / 58249201.

Naturland Verband für ökologischen Landbau e.V., Sebastian Mittermaier, Kleinhaderner
Weg 1, 82166 Gräfelfing, mobil: 0172 / 6598387.

Biokreis e.V.: Josef Brunnbauer, Stelzlhof 1, 94034 Passau; Tel: 0851/756500, Mobil: 0170/3579797

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Aufruf zur Klimagroßdemonstration  anlässlich der Weltklimakonferenz COP 24 in Katowice am 1.Dezember in Köln und Berlin

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Klima-Kohle-Demo am Samstag den 01.12.2018 zeitgleich in Köln und Berlin

Im Dezember geht es gleich doppelt ums Klima: Beim Weltklimagipfel in Polen und in der Kohle-Kommission in Berlin. Während die Welt über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens verhandelt, entscheidet sich in Berlin, ob Deutschland seine Versprechen wahr macht – und schnell aus der Kohle aussteigt.

Die Zeit drängt: Das hat uns der Hitzesommer 2018 erneut bewusst gemacht.

http://www.klima-kohle-demo.de

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Aufruf zur Klimagroßdemonstration  anlässlich der Weltklimakonferenz COP 23 in Bonn am 4.November

Im November schaut die Welt nach Bonn zur Weltklimakonferenz COP 23. 

Es ist eine Welt auf dem Weg in die Klimakatastrophe, aktuell auf dem Weg zu 3 bis 5 Grad Erderwärmung , mit verheerenden humanitären Folgen. 



Liebe Bäuerinnen und Bauern,
Seit Beginn der Industrialisierung hat sich die Erde um etwa 1 Grad erwärmt,  der Klimawandel beschert uns Wetterextreme die früher unvorstellbar waren.  
Starkregenereignisse –  immer öfter mehrere hundert Millimeter an einem Tag,  sie reissen unseren guten Boden mit sich,  die Sturzbäche zerstören Dörfer,  Höfe, ganze  Landschaften werden überflutet.
Immer häufigere langanhaltende strukturelle Trockenheiten,   Gewitterstürme.   All das bei uns im klimastabilen Mitteleuropa,  all das schon bei 1 Grad Erwärmung !
Mit jedem Zehntelgrad Erderwärmung werden die Extreme exponentiell zunehmen.
Der Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung,  Hans Joachim  Schellnhuber, warnt vor verheerenden Folgen der Erderwärmung auch für Europa.„Das Jahr 2017 zeigt uns auf bitterste Weise, warum die Wissenschaft seit Jahrzehnten vor dem Klima-Chaos warnt:Die Elemente Feuer, Wasser und Luft wenden sich gegen uns, weil wir den Planeten aus dem Gleichgewicht bringen“,
Wir wissen das hunderte Millionen Kleinbäuerinnen und Bauern dieser Welt  existentiell auf ein einigermaßen intaktes Klima angewiesen sind,  das sie über keinerlei Reserven oder Versicherungen verfügen wenn Hochwasser,  Stürme,  Dürren ihre Ernten zerstören.
Wir wissen dass so Hunger, große Not und Flüchtlingsströme ausgelöst werden.  
Und doch werden weiter Dörfer und 100 er Böden abgebaggert um Braunkohle zu verheizen,  wird Billiggeflogengibt es fast 1000 Kurzstreckenflüge täglich in Deutschland, wird Güterverkehr auf überfüllte Autobahnen verlagertintensive industrielle Landwirtschaft gefördert, und die eigenen Klimaziele weit verfehlt.  Eine Schande für unser reiches Land.
Wollen wir in einem völlig unberechenbaren chaotischen Klima arbeiten und leben,  mit kaum vorstellbaren wirtschaftlichen,  ökologischen und humanitären Schäden ?
Es hängt von der Zivilgesellschaft,  von uns ab,  ob die Politik die Weichen endlich auf Klimaschutz stellt,  oder ob  wir weiter machen auf dem selbstzerstörerischen Kurs. 
Das Scheitern des Klimaschutzes ist das Scheitern der menschlichen Intelligenz und Humanität.
Das Beispiel Atomkraft hat gezeigt das Widerstand nicht nur notwendig sondern auch erfolgreich sein  kann, dass man die  Politiker zu einem verantwortlichen Handeln bewegen kann.
Wir Bäuerinnen und Bauern sollten für unser elementarstes Grundrecht und unser wichtigstes Produktionsmittel,  ein einigermaßen intaktes Klima,  streiten.  
Wir können Einfluss nehmen, wir dürfen und müssen unsere Meinung sagen, wir können etwas bewegen.
Damit die in Paris beschlossene  2 Grad Schwelle,  besser 1,5 Grad, nicht überschritten wird muss der größte Teil der Kohle,  der fossilen Schätze im Boden bleiben. 
Auf die Trecker,  in die Busse, auf zur Klimademo in Bonn, 
„Für eine Welt ohne Klimachaos und für Klimagerechtigkeit“.
http://www.klima-kohle-demo.de
Ulf Allhoff-Cramer,  AbL und Bioland Bauer,  Klimaforum Detmold
Aufruf von AbL, Bioland, Demeter, Naturland

Klimaappell an Bundesumweltministerin Hendricks übergeben

Pressefoto_Übergabe des Klimaappells_Hendrik Allhoff-Cramer

v.l.n.r.: Henrik Maaß (AbL), Paula Gioia (Junge AbL und Bündnis Junge Landwirtschaft), Ulf Allhoff-Cramer (Bioland- und AbL-Bauer), Eva Müller (Demeter), Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, Gerald Wehde (Bioland) Bild: Sascha Hilgers, BMUB

Zur UN-Klimakonferenz in Paris Bäuerinnen und Bauern fordern wirksame Maßnahmen zum Schutz des Klimas

Berlin, 26. November 2015.

Im Vorfeld der 21. Internationalen UN-Klimakonferenz in Paris fordern Bäuerinnen und Bauern wirksame Maßnahmen zum Schutz des bedrohten Weltklimas. Denn der Klimawandel gefährdet die Landwirtschaft und die Ernährungssicherheit weltweit existentiell. Die Bauernverbände überreichen deshalb Bundesumweltministerin Barbara Hendricks einen eindringlichen Appell an die Bundesregierung.
„Industrieländer wie Deutschland müssen mit dem Ziel vorangehen, die Erderwärmung unter 2 Grad zu stoppen“, so die Bäuerinnen und Bauern in ihrem Appell. Kanzlerin Merkel selbst hat vor schwersten verheerenden Nebenwirkungen für die Menschheit und die Ökosysteme gewarnt, wenn die globale Mitteltemperatur um mehr als 2 Grad steigt. Die Bauernverbände fordern von der deutschen Verhandlungsdelegation bei der UN-Klimakonferenz eine konsequente Haltung und den Beschluss von konkreten und wirksamen Gegenmaßnahmen. Das Gemeingut Klima muss endlich wirkungsvoll geschützt werden. Nur so lassen sich humanitäre Katastrophen sowie soziale und wirtschaftliche Verwerfungen verhindern. „Die Auswirkungen des Klimawandels sind insbesondere für die Bäuerinnen und Bauern, hier und weltweit, eine existentielle Bedrohung“, appellieren sie gemeinsam an die Verantwortlichen.

Klimaappell verabschiedet

Bauernverbände verabschieden anläßlich der Weltklimakonferenz, die im Dezember in Paris stattfindenden wird, einen Appell an die Politik, in dem sie wirksame Klimaschutzmaßnahmen fordern.

Die offizielle Übergabe an Bundesumweltministerin Barbara Hendricks wird am 26.11.2015 stattfinden, in Anwesenheit von Vertretern der unterzeichnenden Verbände und mit einer Grußbotschaft von Prof. Hans Joachim Schellnhuber, Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung.